Es sollte so werden wie jedes Jahr: ein schönes und sportlich umkämpftes E-Jugend-Turnier über zwei Tage mit tollen Highlights wie dem Fackellauf und einem bunten Feuerwerk, das den Kindern, Eltern, Ausrichtern, Helfern und Gästen viel Freude bereitet. Leider hat das Wetter dem VfL Fortuna Veenhusen bei der 27. Ausgabe seines E-Jugend-Turniers am vorvergangenen Wochenende einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum kurzfristigen Abbruch der Veranstaltung nimmt der Verein in diesem Statement Stellung und bedankt sich bei allen, die auf vielfältige Weise den VfL Fortuna Veenhusen unterstützt haben.

Zunächst bleibt noch einmal festzustellen, dass der Verein und seine Gäste großes Glück im Unglück hatten. Als in der Nacht von Freitag, 19. Juni, auf Samstag, 20. Juni, gegen 1 Uhr für alle sehr unvermittelt Sturmböen über das Sportgelände zogen und Zelte umherflogen, hat es nicht einen Verletzten gegeben. 15 Mannschaften mit etwa 270 Kindern waren freitags ab 16 Uhr nach und nach eingetrudelt und haben sich zum Zeitpunkt des Sturms bereits auf dem Sportplatz befunden.

Chaotische Zustände innerhalb von Minuten

Starker Regen, Gewitter und Sturmböen sorgten innerhalb kürzester Zeit für chaotische Zustände. Fest verankerte Mannschaftszelte riss der Sturm trotz Befestigung los. Ein Zelt flog etwa 150 Meter bis an den Zaun zum Nachbargrundstück und ein großer Sonnenschirm, der sich in einem schweren Metallfuß befand und mit vier Betonplatten beschwert war, war nicht mehr aufzuhalten und krachte in die neue Überdachung. Kinder einer Mannschaft, die noch in ihrem Zelt waren, sahen, wie ihr Zelt über ihren Köpfen abhob.

Glück im Unglück war in dieser Hinsicht sicherlich auch, dass zu dieser späten Uhrzeit noch Organisatoren und Helfer des Turniers anwesend waren. Sie holten die teils schon schlafenden Teams aus den Zelten und brachten diese ins Vereinsheim, während der Notruf ausgelöst wurde. Weil das Telefonnetz überlastet war, dauerte es, bis Rettungskräfte alarmiert werden konnten. Kreisbrandmeister Ernst Berends löste vorsorglich einen “Massenanfall von Verletzten” (MANV 30) aus.

Fortuna dankt zahlreichen Rettungskräften

Die Kinder, Trainer, Eltern wurden im Laufe der Nacht in die Turnhalle nach Veenhusen gebracht. Der VfL Fortuna Veenhusen möchte an dieser Stelle folgenden Einsatzkräften danken: den Feuerwehren Veenhusen, Warsingsfehn, Neermoor, Oldersum, Jheringsfehn und Jemgum sowie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Leer und dem DRK-Kreisverband Leer, dem Malteser Hilfsdienst Bockhorst Rhauderfehn und dem Technischen Hilfswerk (THW) Leer. Nach einer intensiven Kontrolle durch die Feuerwehr auf dem großen Gelände konnte schnell festgestellt werden, dass kein Kind in dieser Nacht verloren gegangen ist und es auch keine Verletzungen gegeben hat. Alle anderen versorgten die Turniergäste in der Turnhalle.

Darüber hinaus möchte sich der VfL Fortuna Veenhusen auch bei zahlreichen Sponsoren und Lieferanten bedanken. Mit teils sehr kurzfristigen Stornierungen kamen die Fleischerei Eckhoff in Jheringsfehn, Naturschlachterei Lay in Veenhusen, die Schnitzelfabrik in Hesel und die Bäckerei Ripken in Apen dem Verein sehr entgegen. Bei der kurzfristigen Absage des Feuerwerks nahm zudem Pyrotechniker Thomas Trauernicht Rücksicht auf die Situation des VfL. Auch der Spielmannszug Garrel, der den Fackellauf hätte begleiten sollen, zeigte Verständnis und verzichtete auf seine Gage.

Organisatoren und Helfer opferten sich auf

Nicht zuletzt ist der Verein seinen Organisatoren und Helfern zu großem Dank verpflichtet. Einige von ihnen fanden in der Nacht von Freitag auf Samstag gar nicht ins Bett und arbeiteten bis mindestens 9 Uhr durch. Der harte Kern dieser Gruppe musste noch in der Nacht die unbequeme, aber völlig richtige Entscheidung treffen, das Turnier abzublasen. Diesem Entschluss schlug von einigen Wenigen tatsächlich auch Unverständnis entgegen. Die Fortunen mussten diese Entscheidung aber allein deshalb schon treffen, weil durch die Zerstörung einiger Zelte für viele Gäste keine Unterbringung mehr garantiert werden konnte.

Nachdem sämtliche Turniergäste evakuiert waren, machten sie sich direkt ans Werk und fingen mit den Aufräumarbeiten auf dem Sportplatz an. Im Verlauf des Tages kamen immer mehr fleißige Helfer an die Neulandstraße und brachten die Anlage wieder auf Vordermann. Diese Arbeit und Unterstützung jedes  Einzelnen ist unbezahlbar – jedem Einzelnen, der hier ehrenamtlich am Werk war gilt der größte Dank des Vereins.

Im Verlauf des Samstagnachmittags war die Anlage wieder vorzeigbar, so dass der VfL sich direkt wieder aufbäumen konnte und das für das Turnier ohnehin geplante Public Viewing ausweiten konnte. Statt ausschließlich des Spiels Deutschland gegen Elfenbeinküste ab 22 Uhr wurde schon ab 19 Uhr die Partie der Niederlande gegen Schweden übertragen. Auch hierbei waren wieder viele Ehrenamtliche als Helfer im Einsatz, denen Dank gebührt und die gemeinsam mit allen Anderen wieder einmal bewiesen haben: Beim VfL Fortuna Veenhusen herrscht eine starke Gemeinschaft. Danke an alle, die Teil dessen sind und uns in jeglicher Form unterstützt haben.